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Historie von Werner Reindl recherchiert

 

Die Tradition des Münchner Gärtner Jahrtags

 

Dieser Festtag der Münchner Gärtner, der jeweils am ersten Dienstag im August mit einem Festzug mit Dankgottesdienst im „Alten Peter“ feierlich begangen wird, hat seinen Ursprung in der Münchner Zunftordnung aus dem Jahr 1638. In dieser Urkunde »Von Gottes genaden Wir Maximilian, Pfalzgrave bei Rhein, Herzog in Ober und Nidern Baiern des Heil. Römb. Reichs, Erztruchsess und Curfürst.« wurde im ersten Abschnitt festgelegt, dass die in der Bruderschaft und Zunft einverleibten Kunst- und Lustgärtner, sich eine Fahne zur Ehre und Lob Gottes anschaffen können. Im zweiten Abschnitt wird auf den jährlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter hingewiesen.  Bereits im Folgejahr 1639 wurde der kirchlich und weltlich gefeierte Jahrtag erstmals in München durchgeführt.

 

Diese herzoglichen Erlaubnis, sich eine Zunftfahne zulegen zu dürfen und den jährlichen Gottesdienst zu feiern, war der Grundstein für den Gärtner Jahrtag. Seit nunmehr fast 380 Jahren bewahren die Münchner Gärtner diese Überlieferung aus dem 17. Jahrhundert, wahrlich eine großartige Leistung.

 

Die christliche Gärtnerbruderschaft gelobte noch während des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) die heilige Gertrud von Nivelles als Schutzpatronin zu verehren und den Gärtner Jahrtag jährlich zu feiern. Diesem Versprechen schlossen sich im Laufe der Zeit die Schloss- und Handelsgärtner der Stadt an. Die im 17. Jahrhundert wütende Pest raffte in München in den Jahren 1634 und 1635 etwa ein Drittel der rund 22 000 Einwohner dahin.

 

Zum Jahrtag 1753 stiftete Kurfürst Maximilian III. den Münchner Gärtnern eine kostbare dreistielige Fahne mit 20 großen Smaragden. Sie wurde letztmalig beim Gärtner Jahrtag 1923 erwähnt, als der Festzug »von der alten Zunftstandarte empfangen und in die Kirche (Dom) geleitet wurde.«   Die Zunftfahne, die stets in der Pfarrkirche St. Peter aufbewahrt wurde, ist im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer gefallen.

 

Nach dem Deutsch/Französischen Krieg von 1870/71 wurde die Tradition des Gärtner Jahrtags  vom neu gegründeten Fachverein der Gärtner Münchens im Jahr 1886 übernommen. Mit

 Ausnahme der Jahre von 1933 bis 1939 lag die Organisation des Kirchenumzugs mit anschließendem Dankgottesdienst immer in der Verantwortung des Gärtner-Vereins.

 

Neben dem Schäfflertanz und dem Metzgersprung ist der Gärtner Jahrtag eine der ältesten Traditionen in der bayerischen Landeshauptstadt, die noch heute begangen werden. Und was im 17. Jahrhundert von den Kunst- und Lustgärtnern der Stadt ausging, setzt seit fast 150 Jahren der Gärtner-Verein München mit einem farbenfrohen Festumzug fort. Dabei verteilen die Gärtner rund 30.000 Blumen an die Besucher.

                                                          

Wolfgang Richter

Vorstand

Gärtnerverein München                                Infotelefon: 089 74688767  Herr Herzog

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Neueste Kommentare

05.08 | 00:03

Weitere bilder sind auch auf unserer instagram seite zu sehen

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29.07 | 10:02

Ich hab's bisher immer verpasst, werde aber diesmal mit meiner 91 jährigen Mama kommen !

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01.08 | 21:52

Bin neu zugezogen in Bayern, das möchte ich auf jeden Fall erleben, bin zwar alt, komme aber bestimmt mit der SBahn aus Zorneding

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31.07 | 14:18

Ich freue mich heuer auf diese Blumenpracht in München

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